Stuttgart, 7. Oktober 2026 – Erstmals beteiligte sich der Landesverband Baden-Württemberg der Partei dieBasis als unterstützende Organisation an der großen Friedensdemonstration am 3. Oktober in Stuttgart. Mit einem eigenen Informationsstand auf dem Schlossplatz nutzte die Partei die Gelegenheit für zahlreiche Gespräche mit Besuchern sowie Vertretern anderer unterstützender Organisationen und Parteien.
Unter dem Motto „Nein zu Hochrüstung, Wehrpflicht und Krieg! – Für Frieden, demokratische Rechte und soziale Sicherheit“ hatten rund 300 Organisationen zu der Veranstaltung aufgerufen. Tausende Menschen kamen nach Stuttgart, um für Frieden und gegen eine weitere militärische Eskalation zu demonstrieren.
Für dieBasis Baden-Württemberg war dabei insbesondere die Vielfalt der beteiligten Gruppen eine wichtige Erfahrung. Gewerkschaften, Friedensinitiativen, Vereine, Parteien und andere gesellschaftliche Gruppen kamen zusammen, obwohl ihre politischen Positionen in vielen anderen Fragen zum Teil erheblich auseinanderliegen.
„Wir haben an diesem Tag mit Menschen und Organisationen gesprochen, mit denen wir in vielen politischen Fragen keineswegs einer Meinung sind. Aber genau das ist gelebte Demokratie: Unterschiede auszuhalten und dort zusammenzuarbeiten, wo ein gemeinsames Ziel besteht. Und in einer entscheidenden Frage waren wir uns einig: Wir wollen keinen Krieg.“, erklärt der Landesvorsitzende Stephan Johne von dieBasis Baden-Württemberg.
Für dieBasis gehören dazu eine Politik der Diplomatie und Verständigung statt weiterer militärischer Eskalation, Abrüstung statt Hochrüstung sowie der Abzug der in Deutschland stationierten US-Atomwaffen. Mit Teilen der anwesenden Friedensbewegung verbindet dieBasis darüber hinaus die Forderung nach einem Austritt Deutschlands aus der NATO.
Gerade die Gespräche über die Grenzen politischer Lager hinweg wertet der Landesverband als eines der wichtigsten Ergebnisse dieses Tages. Frieden könne nicht davon abhängig gemacht werden, ob Menschen in allen anderen gesellschaftlichen und politischen Fragen dieselben Auffassungen vertreten.
„Wer Frieden nur gemeinsam mit Menschen fordern will, die auch bei allen anderen Themen die eigene politische Weltanschauung teilen, wird keine breite Friedensbewegung schaffen. Frieden braucht die Bereitschaft zum Dialog – gerade mit Andersdenkenden.“
Umso bedauerlicher bewertet dieBasis Baden-Württemberg den Zwischenfall während der Rede der BSW-Politikerin Sevim Dagdelen. Vermummte Demonstranten störten ihre Rede mit Sprechchören und Buhrufen; nachdem ein Vermummter die Bühne betreten hatte und auf Dagdelen zuging, griff die Polizei ein. Im weiteren Verlauf kam es zu drei Festnahmen.
Für dieBasis zeigt dieser Vorfall, dass Teile des linksextremen Spektrums weiterhin Schwierigkeiten damit haben, Andersdenkende als legitimen Bestandteil einer pluralistischen politischen Öffentlichkeit zu akzeptieren.
„Wer eine Rednerin niederbrüllt oder eine Veranstaltung stört, weil ihm die politische Herkunft oder Meinung eines anderen nicht passt, demonstriert nicht für demokratische Vielfalt. Eine Friedensbewegung muss unterschiedliche politische Strömungen aushalten können. Gerade der 3. Oktober hat gezeigt, dass dies möglich ist.“
Der Landesverband Baden-Württemberg zieht deshalb ein ausgesprochen positives Fazit. Die zahlreichen persönlichen Begegnungen, offenen Gespräche und neu geknüpften Kontakte mit anderen Organisationen haben gezeigt, dass Zusammenarbeit auch dort möglich ist, wo ansonsten erhebliche politische Unterschiede bestehen.
Das gemeinsame Ziel war an diesem Samstag größer als das Trennende: Frieden, Abrüstung und eine Politik, die Konflikte nicht militärisch eskaliert, sondern diplomatisch löst.
Für dieBasis Baden-Württemberg steht deshalb bereits jetzt fest: Die Friedensbewegung braucht keine politischen Scheuklappen. Sie braucht Menschen, die bereit sind, miteinander zu sprechen.
